PROFESSIONELLE-RADONSANIERUNG.de

PROFESSIONELLE-RADONSANIERUNG.de

RADON: eine schlummernde Gefahr

Radon (physikalisch: Nuklid Radon-222) ist ein natürlich im Erdreich ubiquitär und in der Luft vorkommendes radioaktives Gas, das nicht-brennbar, geruch- und farblos ist. Geologische Quelle dieses radioaktiven Edelgases ist das in der Erdkruste überall enthaltene Radium-Metall. Dieses Metall entsteht durch radioaktiven Zerfall von Uran-Gestein („Uran-238“). Die physikalische Halbwertszeit von Radon beträgt nur 3,8 Tage. D.h. nach dieser Zeit ist die Hälfte des gebildeten Radons radioaktiv zerfallen, und zwar unter Aussendung von Alphastrahlung. Gasförmiges Radon selbst ist eigentlich weniger bedenklich, dafür geht eher das Gesundheitsrisiko von den Zerfallsprodukten des Radons aus, nämlich von seinen radioaktiven "Töchtern".

Illustration - natürliche Zerfallsreihe Uran 238

2017 wurde in Deutschland ein Radon-Aktivitätskonzentrations-Referenzwert von 300 Becquerel je Kubikmeter beschlossen. Damit wird der Schutz der Bevölkerung vor dem radioaktiven Edelgas Radon strenger geregelt. Radon, das aus dem Erdboden in Gebäude eintritt, gilt nach Rauchen als die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Das Gesetz legt diesen Referenzwert zur Bewertung der Radonsituation in Wohnräumen und an Arbeitsplätzen fest. Es ist kein Grenzwert, der nicht überschritten werden darf und dann bußgeldbewehrt wäre, sondern er ist Maßstab für das Einleiten von Schutzmaßnahmen, um unterhalb dieser Radonaktivitätskonzentration zu bleiben. Er ist eine Art „Eingreifwert“. https://www.bmu.de/pressemitteilung/bundesrat-macht-den-weg-frei-fuer-modernes-strahlenschutzrecht/

Quelle: binker.eu

Die „Radon-Töchter“ sind Zerfallsprodukte des Radons, denn Radon ist kernphysikalisch sehr instabil. Radon zerfällt nämlich in eine Reihe kurzlebiger ebenfalls wieder radioaktiver Folgeprodukte. Dies sind die Elemente Polonium, Wismut und Blei. Sie sind nicht mehr gasförmig. Sie schweben aber in der Luft als Aerosole oder Kleinstpartikel-gebunden herum und können eingeatmet werden. Sie bleiben vor allem im Atemtrakt haften. Radon als Inertgas reagiert chemisch im Organismus nicht, wird nicht metabolisiert und wird schnell wieder ausgeatmet, bevor es zerfällt.

Illustratration - Zerfallsreihe Radon

Illustration - Eintatmen radioaktiver Partikel

Quelle: fotolia und Thomas Schmidt

Die gefährliche biologische Wirkung des Radons und seiner kernphysikalischen Folgeprodukte beruht auf den sehr energiereichen Alphastrahlen. Sie entstehen bei den radioaktiven Zerfallsereignissen entstehen. Gefährlich wird Radon dann, wenn es sich in einer Immobilie in der Atemluft anreichert. Damit sammeln sich auch die radioaktiven Aerosole und Partikel in der Raumluft. Das Radon gelangt vorher recht schnell aus dem Gebäude-Untergrund über Undichtigkeiten (Fugen, Stöße, Kabel- und Leitungsdurchführungen etc.) anfänglich vor allem in den Keller oder in erdberührte Erdgeschoßbereiche—bevor es sich dann im gesamten Gebäude breit macht und in die Atemluft kommt.

Illustration - Schwankungen der Radonkonzentration in der Umwelt

Quelle: Kemski-Bonn

Radon hat u.a. folgende Eigenschaften:

  • Geruchlos (man riecht es nicht!)
  • Geschmacklos (man schmeckt es nicht
  • radioaktiv (= es gibt unsichtbar fürs Auge Alphastrahlung ab)
  • farblos (= man sieht es nicht wenn es in Gebäude eindringt und sich in allen Räumen verteilt)
  • viel schwerer als Luft (gelöst und verteilt in Luft gelangt es aber dennoch in höhere Stockwerke durch Konvektion = Auftrieb)
  • chemisch inert (man kann es chemisch nicht zersetzen und somit kaum aus der Luft ohne großen Aufwand herausfiltern)

Illustration - Radon

Illustration - Lungenschaden

Quelle: fotolia